Die Schneiderschere - oder womit schneidest Du?

By pepelinchen - 1.2.18

Heute geht's hier scharf her - also im besten Fall. Denn wer mag schon mit einer unscharfen Scheren und Gerät schneidern? Gerade beim Stoffe zuschneiden ist ein scharfes und zuverlässiges Schneidewerkzeug unerlässlich.

Wohl jeder Schneider und Hobbyschneider  entwickelt seine ganz eigene Art, sich seinen Stoff zuzuschneiden und verschiedene Werkzeuge sind unter Umständen im Einsatz. Der eine schwört auf den Rollschneider, der andere auf die klassische Schneiderschere. Ich habe beides im Einsatz und benutze es je nach Nähprojekt und dazu natürlich noch andere scharfe Helferlein:


Die Fadenschere


Dieses kleine Hilfsmittel liegt meist leicht in der Hand und eignet sich - wie der Name es schon sagt - gut zum Abschneiden von Fäden z.B. die Enden einer Naht. Sie besteht aus zwei Schneiden, die sich durch leichten Druck schließen und öffnen lassen.




Für mich persönlich hat sich eine spezielle Fadenschere oder auch Fadenabschneider nicht durchgesetzt, da ich dafür lieber das nächste Modell - die Stickschere - nutze.


Die Stickschere

Klein aber oho - meine erste Stickschere bekam ich zusammen mit der Stickmaschine geliefert und fand dieses keine Gerät zuerst einmal ziemlich amüsant aufgrund seiner Größe. Doch schon schnell lernte ich sie zu schätzen und nutze sie heute nicht nur zum Sticken, sondern eben auch zum Abschneiden von Fäden am Nähgut beim Nähen.

Die Stickschere ist meist kleiner als 10 cm und hat eine sehr spitze und scharfe Klinge. Mit ihr kann man sehr präzise den Faden nah am Stoff abtrennen, so dass nichts mehr davon zu sehen ist. Gerade bei Stickarbeiten mit mehrmaligen Fadenwechsel unterhalb der Stickmaschine ist diese Schere ein treuer Begleiter, da man mit ihr auch auf kleinem Raum sauber und genau arbeiten kann. Stickscheren gibt es inzwischen in ganz unterschiedlichen Designs - ob als Vogel geformt oder auch mit bunten, ausgefallenen Griffen. Meine Stickschere liegt immer griffbereit zwischen den Nähmaschinen und kommt ständig zum Einsatz.




Die Zackenschere

 Wie der Name der Zackenschere schon vermuten lässt, sind die Klingen dieser Schere gezackt, so dass sich das Schneidgut mit ihr zackenförmig zuschneiden lässt. Das kann man zum einen für dekorative Zwecke nutzen - z.B. bei Stoffen und Materialien, die nicht ausfransen (Filz, Fleece, ...) oder aber auch beim Zurückschneiden bei Nahtzugaben in Rundungen,  damit nicht zuviel Stoff z.B. in Ecken stehen bleiben.  Zackenscheren gibt es in unterschiedlichen Längen. Eine Zackenschere ist sicherlich ein schönes Arbeitsgerät, allerdings nichts, was unbedingt zur Grundausstattung beim Nähen gehören muss.



Der Rollschneider

Der Rollschneider ist sehr praktisches und nützliches Arbeitsgerät zum Patchworken. Denn mit einem passenden Lineal und einer (unerlässlichen) Schneidematte lassen sich kleinere Stoffstücke wie Quadrate, Drei- oder Rechtecke im Nu zuschneiden. Praktisch bei der Arbeit mit einem Rollschneider ist, dass auch mehrere Stofflagen übereinander gelegt gleichzeitig geschnitten werden können.

Ob man einen Rollschneider auch zum Zuschneiden größerer Stoffstücke (z.b. für Kleidung) nutzt, darüber gehen die Meinungen offensichtlich auseinander. Mir persönlich ist dies zu umständlich, da ich dann den Stoff und die Zuschnittteile immer passend auf der Schneidematte platzieren muss und diese meist nicht dafür ausreicht. Bei allen anderen Arbeiten mit kleineren Stoffstücken (z.B. auch beim Taschen nähen), verwende ich dieses Gerät allerdings äußerst gerne, da sich die Stoffstücke sehr präzise auf Maß zuschneiden lassen.

Aufpassen muss man bei der Arbeit mit einem Rollschneider jedoch sehr, da dieser äußerst scharf ist. Also niemals die Finger vor dem Stoffstück in Schneiderichtung platzieren. Damit man nicht aus Versehen in die Klinge des Rollschneiders fasst, wenn dieser nicht benutzt wird, hat dieser i.d.r. eine Schutzhülle oder wie bei diesem Modell einen Klingenschutz aus Plastik, der sich mit einem Griff vor die Klinge schieben lässt.

Rollschneider in Mini und Maxi führen wir in unserem Shop, ebenso die praktischen Ersatzklingen für mini und maxi. Denn diese lassen sich leicht ersetzen, wenn die Schärfe einmal nachlässt.

Rollschneider Prym
Rollschneider - Maxi von Prym


Die Schneiderschere

Die Schneiderschere ist wohl der Klassiker unter den Arbeitsgeräten zum Zuschneiden.  Stoffscheren gibt es sowohl mit Kunststoffgriff, als auch als Vollguss-Schere aus hochwertigem Stahl.

Aber egal, für welche Ausfertigung man sich entscheidet: damit eine Stoffschere lange scharf bleibt und man gerne mit ihr arbeitet, sollte die Stoffschere auch nur zum Schneiden von Stoff verwendet werden. Beim Schneiden von Papier leidet die Klinge und wird stumpf. Übrigens: auch beim Schneiden von Leder oder Paillettenstoff leidet die Klinge der Stoffschere immens - hierfür besser ein älteres Modell oder aber eine Papierschere benutzen, auch wenn das Zuschneiden dadurch mühseliger wird.
Da Stoffscheren in der Regel aus sehr hochwertigem rostfreien Stahl gefertigt sind, sind sie teurer als herkömmliche Haushaltsscheren. Bei einer Stoffschere ist die untere Klinge gerade gearbeitet, so dass diese beim Zuschneiden glatt über die Arbeitsfläche geführt werden kann und der Stoff plan auf dieser liegen bleibt. Der Griff ist ergonomisch geformt, so dass die Schere gut und bequem in der Hand liegt. Auch Stoffscheren gibt es natürlich in ganz unterschiedlichen Längen. Dabei gilt zu beachten: je größer eine Stoffschere ist, je schwerer wird sie vom Gewicht. Auch beim Schneiden von Rundungen ist eine größere Schere nicht unbedingt von Vorteil.

Sowohl bei unserer Arbeit im Laden beim Zuschnitt der Stoffe als auch bei meiner privaten Nähtätigkeit hat sich diese Stoffschere mit einer Gesamtlänge von 23 cm bewährt. Ich arbeite inzwischen seit mehr als 6 Jahren mit diesem Modell. Im Laden mussten wir sie natürlich schon austauschen, aber bei mehreren Kilometern Stoff ist dies sicherlich nicht verwunderlich. Da wir von dieser Stoffschere selbst überzeugt sind und hier das Preis/Leistungsverhältnis stimmt, bieten wir dieses Modell natürlich auch im Shop an.

Schneiderschere - 23 cm lang


Übrigens: Da sich bei diesem Modell die Schraube, die die Klingen zusammenhält, lösen lässt, lässt sich die Schere natürlich auch nachschleifen.
Wenn Scheren stumpf werden, hat sich als Hausmittel auch Alufolie bewährt. Diese faltet man zu 3-4 Lagen zusammen und schneidet diese mehrfach. Dadurch werden die Kanten wieder geschärft.


Auf dem letzten Messebesuch habe ich mir extra auch eine elektrische Schere vorführen lassen, weil ich einmal wissen wollte, ob sich diese gerade bei unserer Arbeit im Laden lohnen würde. Jedoch haben wir uns sehr schnell dagegen entschieden, da diese bereits beim Zuschneiden von Jersey nur so langsam durch den Stoff geführt werden konnte, dass sich die Zeit zum Zuschneiden beträchtlich verlängern würde. Ob es am Modell lag oder aber an der generellen Arbeitsweise dieser Schere, kann ich nicht beurteilen, - wollte dieses Modell aber der Vollständigkeit halber zumindest erwähnt haben.


Und nun bin ich neugierig: Womit schneidest Du bevorzugt Deine Stoffe?

Viele Grüße,
Petra 






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